Web-Trends 2014

gefunden bei t3n.de

 

Mega Web Trends 2014 von Experten und ihre Prognosen

 

Content-Planung erhält einen höheren Stellenwert im Webdesign-Prozess

 

Während sich die Technologie, die wir im Webdesign nutzen, kontinuierlich weiterentwickelt, geraten die Inhalte ins Hintertreffen: Unsere Websites sind überfüllt mit schwachen Inhalten, die schlecht geschrieben, nicht aktuell und für unsere Zielgruppe irrelevant sind. Wir müssen anfangen, die Inhalte von Anfang an in den Designprozess einzubinden – wir müssen schwierige Fragen beantworten, etwa warum wir diese Inhalte brauchen, wer sie erstellt und wer sich nach der Veröffentlichung darum kümmert. Diese Fragen sind zentraler Bestandteil der Content-Strategy und helfen uns, jetzt und in Zukunft qualitativ hochwertige Inhalte sicherzustellen.

 

Automatisiertes Management

 

Das heute grassierende Zahlenmanagement wird sich weiter entwickeln – Big Data führt den Mitarbeiter. Manager schauen nur noch, dass der Prozess läuft. Die Arbeit wird dadurch immer menschenfremder und anonymer. Das Menschenbild wird blasser und „objektiver“. Wir tun uns mit dieser Entwicklung keinen Gefallen. Ich warne! Das Problem ist, dass dieser Hype nie als Hype oder Trend wahrgenommen wird. Es ist einer: „Der Mensch wird rein verhaltensgesteuert wie eine Laborratte in der Skinnerbox.“ So ist das schon jetzt bei den prekären Jobs. Warum fürchtet sich niemand mit mir?

 

Die Zukunft des Automobils

 

Selbstfahrende Autos und NUR noch solche, als Taxis „on demand“ per Smartphone: Unsere Autos fahren im Schnitt weniger als zehn Prozent der Zeit. Wenn man alles auf Selbstfahr-Taxis umstellt und ein Jeder eine Flatrate für beispielsweise 20.000 Kilometer pro Jahr kauft, brauchen wir nur noch 15 oder 20 Prozent der Autos, keine Parkhäuser und keine verstreuten Ladestationen. Man könnte mit 90 Jahren in jedem Kleinstdorf wohnen, schließlich hat man ja ein Auto. Nur einen kleinen Haken hat die Sache: Man braucht nicht so viel Autoindustrie.

 

Weniger Taktiken, mehr Strategien

 

IT-Experten lassen sich schnell von interessanten Technologien ablenken, von dem „next big thing“. Wir glauben, wir können all unsere technologischen Probleme mit neueren, leistungsstärkeren Technologien lösen. Dabei resultiert ein Großteil unserer Probleme aus der fehlerhaften Priorisierung (oder fehlenden Priorisierung) unserer internen Ressourcen.

 

Mehr Kommunikation zur Problemlösung

 

Der Austausch von Personen ein und derselben Gruppe (Entwickler) sowie unterschiedlicher Gruppen (Entwickler und Designer) wird zunehmen, sowohl online als auch offline. Nur so lassen sich ernsthafte Probleme lösen. Erste Ansätze dieses Trends sind schon jetzt sichtbar, etwa in Form des großen Interesses an Scrum.

 

Kontextuelle Systeme

 

Dinge wie Google Now, die Kontexte nutzen (Metadaten, die über Sensoren unserer Smartphones sowie E-Mails und Kalender gesammelt werden), werden uns verstärkt begleiten. In Zukunft wird es immer mehr Systeme geben, die dir helfen, weil sie wissen wo du warst, mit wem du wo warst und wie dein Such- und Kaufverhalten ausfällt. Die Vorreiter der kontextuellen Systeme? Google Now, Tapingo und Tempo AI.

 

Tragbare Computer

 

Die Oakley Airwave Skibrillen zeigen dir, wo du dich auf einem Berg befindest, wie schnell du fährst und wo sich deine Familienmitglieder befinden. Das ist schon jetzt extrem spannend, doch dieser Bereich wird noch spannender, wenn Google Glass und Apple iWatch erscheinen. Die jetzigen Vorreiter der tragbaren Computer? Fitbit, Nike FuelBand, Pebble Watch, Basis Watch.

 

Bluetooth Low Energy Beacons

 

Diese kleinen, zehn Dollar teuren Funkgeräte lassen sich mit nahezu allen Gerätschaften kombinieren, werden von vielen Smartphones erkannt und ermöglichen unter anderem neue Payment-Systeme. Sie werden manchmal als iBeacons bezeichnet, weil Apple mit iOS7 eine einfach zu verwendende API veröffentlichte. Schon jetzt nutzen Apple, Macys und andere Shops entsprechende Applikationen, um dich zu orten und dir interessante Informationen anzubieten.

 

WWW wird weniger wichtig

 

„Mobile first“ haben viele nicht ernst genug genommen, auch uns finde ich da nicht schnell genug. Und es sind ja nicht nur die Smartphones, die die digitale Mediennutzung gerade revolutionieren. Auch die Tablet-Nutzungsquote wächst enorm, die Bildschirmgrößen im klassischen WWW variieren stark durch die Verbreitung großer Desktop-Bildschirme (und bald der neuen Generation von Fernsehern), Social Networks sind zum Massenmedium geworden. Die Leute nutzen unsere Seiten immer öfter, anders als noch vor zwei, drei Jahren. Wir müssen unsere Inhalte endgültig liquide machen, also selbstverständlich auf alle digitalen Plattformen anpassen. Die wenigsten Unternehmen haben ein Rundumkonzept, wie sie ihre Marke überall aufwandsarm, aber optimal präsentieren. Das betrifft nicht nur Nachrichtenseiten, sondern zum Beispiel auch Anzeigenkunden – dass Werbung auf mobilen Geräten so unterentwickelt ist, muss sich im Interesse aller ändern. Ende 2014, hoffe ich, wird damit kaum noch jemand überfordert sein.

 

Der Fall des App/Marketplace Models und der Aufstieg des mobilen “Software on Demand”

 

Der Trend ist schon jetzt erkennbar: Anwender haben keine Lust mehr von Hardwareherstellern gezwungen zu werden, sich einem bestimmten Ökosystem mit Herz und Seele zu verschreiben und nur Inhalte konsumieren zu dürfen, die dort angeboten werden. Anstatt große Applikationen herunterzuladen und sich durch einen Installationsvorgang durchtappen zu müssen, werden Apps wie auch Webseiten einmalig aufrufbar und nutzbar. Das App-Model skaliert nicht und Anwender werden es leid, neue Systeme zu kaufen, nur um das neueste Spiel zu spielen.

 

Das Web als Applikationsplatform

 

Mittels Web Components und Custom Elements erhalten Webentwickler die Werkzeuge, die es erlauben, Applikationen zu erstellen ohne gegen den Browser zu arbeiten und immer langsamer als native Applikationen zu sein. Entwicklertools in Browsern mausern sich zu echten Entwicklerumgebungen mit Editoren und Performance-Tools und mehr und mehr Automations-Skripte erlauben es Entwicklern, sich auf die Funktionalität der Apps zu konzentrieren anstatt sich um die Performance zu kümmern.

 

Smart-TVs und Spielkonsolen werden neue HTML5 Platformen

 

Die PlayStation 4 verwendet jetzt schon WebGL und Samsung hat eine HTML5-Entwicklungsumgebung und SDK für Smart-TVs. Hardware Entwickler sind es jetzt schon leid, auf neue Versionen von geschlossenen Betriebssystemen zu warten und lösen sich mit dem Schritt in die HTML5-Welt von Platformherstellern. Spielkonsolen sind für Teenager ein großer Zugang zum Web, weniger die Laptops und Desktops.

 

Oh, Wunder: Werbeplatz gibt es nicht mehr kostenlos

 

Facebook hat damit angefangen, die organische Reichweite von Unternehmensseiten drastisch zu verringern. Sprich: Wer Werbeplatz und Aufmerksamkeit will, muss dafür zahlen. Das mag in der Tat für viele ärgerlich sein. Besonders für diejenigen, die sich in puncto Reichweite allzu sehr von einem bisher kostenfreien Angebot abhängig gemacht haben. Wirklich verwundern sollte es niemanden, der sich professionell mit Kommunikation befasst. Derzeit arbeiten garantiert schon etliche andere Plattform-Anbieter an entsprechenden Monetarisierungsmodellen. Wie erfolgreich sie damit sein werden, das bleibt abzuwarten. Der Vorsprung, den Facebook in Jahren strategisch aufgebaut hat, ist sicher nicht einfach einzuholen.

 

Social Trademarks

 

Der Trend 2014 geht in Richtung einer deutlicheren Darstellung der eigenen Person im Online-Bereich. Fachexperten aus allen Branchen werden sich daher dem Aufbau eines Social Trademark widmen. Ein Social Trademark ist dabei eine Einzelperson, die Wissen in einem eigenen Blog-System und auf verschiedenen Social Media-Plattformen teilt und dadurch zu einer Marke im Netz wird.

 

Datenbrillen

 

Wenn Datenbrillen wie Google Glass 2014 tatsächlich auf den Markt kommen, werden wir eine neue digitale Revolution erleben. Die Voraussetzung für den Einsatz von Datenbrillen ist jedoch, dass wir uns technischen Innovationen nicht verschließen und sie Akzeptanz in der Gesellschaft finden. Vor allem der Datenschutz stellt uns vor eine große Aufgabe. Doch es gibt auch Vorteile: so können sie hervorragend Unterstützung in der Medizin und Ausbildung leisten oder im Privatleben, zum Beispiel als Shoppingassistent oder Kulturbegleiter.

 

 

Gezielte Talentsuche statt Stellenausschreibung

 

2014 werden sich Unternehmen in vielen Bereichen von der klassischen Stellenanzeige und dem vorgelagerten Prozess – es gibt eine Vakanz, ein Stellenprofil wird erstellt und dann die Stelle ausgeschrieben – verabschieden müssen. Denn der digitale Wandel wirbelt derzeit den Stellenmarkt kräftig durcheinander. Auf Arbeitnehmerseite sind viele Bewerber auf der Suche nach einem Unternehmen, mit denen sie sich identifizieren können und einer Aufgabe, die sie für sinnvoll und erfüllend erachten. Das stellt neue Anforderungen an Unternehmen und auch an die Art, wie Talente rekrutiert werden. Es gibt einen Grund, warum Unternehmen kräftig an ihrer Arbeitgeber-Marke pfeilen und nicht gerade kleine Budgets für Employer-Branding-Maßnahmen investieren. Fachabteilungen müssen die Herausforderung meistern, in Zukunft einen wesentlich wichtigeren Part in der Talentsuche zu spielen. Sie sind es, die sich vernetzen und Talente finden müssen, um diese dann für das Unternehmen zu gewinnen.

 

Der unaufhaltsame Aufstieg von Google+

 

Google wird 2014 noch aufdringlicher werden, um Leute dazu zu bewegen, einen Account bei Google+ anzulegen. Im Gegensatz zu Facebook geht es Google aber mitnichten um den Aufbau einer neuen sozialen Netzwerk-Supermacht, sondern vielmehr darum, jede Bewegung im Internet zu protokollieren, um noch treffendere Persönlichkeitsprofile zu erstellen und somit auch online Geteiltes besser hinsichtlich der Relevanz für andere User zu evaluieren. Android-Nutzer, die ja unbedingt ein Google+-Account anlegen müssen, hinterlassen mittlerweile detaillierte Bewegungsprofile, zusätzlich zum einfach auszuwertenden Nutzungsverhalten Google-eigener, und vor allem auch fremder Internetseiten und Apps. Während man sich bei Facebook oder Foursquare noch einchecken muss, kann Google Android-Nutzer einfach durch eine korrekte Standortbestimmung automatisch und unsichtbar „einchecken“ und daraus lernen, wo sich die Nutzer oft und gerne aufhalten. Google+ wird 2014 zwar sicherlich in den meisten Ecken noch immer wie eine Geisterstadt aussehen, aber wie bereits erwähnt, geht es nicht darum, dass die User Sachen proaktiv sharen – es reicht Google schon, genau mitzuschneiden, WER auf WELCHER Seite WAS macht.